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Unser Engagement in Zwickau
Offener Prozess und Alter Gasometer e.V. kooperieren, um die Erinnerungsarbeit in Zwickau mit dem Dokumentationszentrum zu verbinden und die Akteure vor Ort zu unterstützen. Nathalie Senf ist seit dem 15. Januar 2026 bei Offener Prozess angestellt mit einem Büro im Vereinshaus des Alten Gasometers e.V.
Seit dem Prozess zur Bürger:innenbeteiligung in Zwickau ist einiges geschehen:
Auf der Ziegelwiese des Schwanenteichparks wurden im Herbst 2019 zehn Gedenkbäume für die vom NSU Ermordeten eingeweiht. So haben inzwischen alle Gedenkbäume am Schwanenteich einen Paten oder eine Patin. Darunter sind mehrere Schulen:
Pestalozzi-Schule, DPFA-Schulen, Käthe-Kollwitz-Gymnasium, Peter-Breuer-Gymnasium, Humboldtschule, KOMPAKT-Schule. Die weiteren Patenschaften haben das Ev.-Luther. Kirchspiel Zwickau Nord, die IG Metall Jugend, Roter Baum e.V. in Verbindung mit den Sternendekorateuren und der Jugendbeirat übernommen.

Die Schulen haben seit einigen Jahren die Möglichkeit den Bildungsreferenten des Alter Gasometer e.V., Tim Sachse, zum Thema NSU-Komplex anzufragen. Dieser bietet mehrere Formate zum Thema an. Die Patinnen und Paten führen eigenverantwortlich das „Kranichgedenken“ durch. Das bedeutet: sie gedenken jeweils am Geburtstag der Ermordeten, indem sie sich am Gedenkhain versammeln und Origami-Kraniche im Baum befestigen. Die Ausgestaltung um diese Geste herum ist unterschiedlich.
An der Umsetzung dieses Gedenkens, sowie der Einweihung gab es Kritik; so wurden zum Beispiel Hinterbliebene nicht mit einbezogen. Möglicherweise ändert sich das in Zukunft durch die bessere Vernetzung mit dem Dokuzentrum und den daran angeschlossenen Vernetzungstreffen mit den Angehörigen der Ermordeten des NSU.
Das Bündnis für Demokratie und Toleranz der Region Zwickau, das aus dem Beteiligungsbereich des Alter Gasometer e.V. betreut wird, hat maßgeblich die Erinnerungsarbeit in Zwickau mitgestaltet. Seit 2012 gibt es die aus dem Bündnis hervorgegangene jährlich stattfindende Veranstaltungsreihe „Novembertage“, die neben der Pogromnacht 1938 und dem Fall der Mauer 1989, die Selbstenttarnung des NSU thematisch behandelt.
In der Zwickauer Stadtgesellschaft wird die Erinnerung an die Opfer des NSU und die Aufarbeitung des NSU-Komplex maßgeblich von der Zivilgesellschaft gestaltet und getragen. Dabei sind Akteure u.a. aus den Kirchgemeinden, unterschiedlichen Vereinen, dem Theater Plauen-Zwickau, der Westsächsischen Hochschule, unterschiedlichen Parteien und Gewerkschaften involviert, Stadtverwaltung und Landkreis unterstützen.
Die Sternendekorateure, eine Initiative aus der Kulturszene Zwickaus, haben die Gedenkbänke als mobile Erinnerungsobjekte zum 5. Jahrestag der Selbstenttarnung geschaffen. Für jedes Mordopfer wurde eine Bank gestaltet, auf der die Namen und biografische Details der Opfer, sowie die Umstände des Todes lesbar sind.

Eine 11. Bank macht auf die Kontinuitäten rechter Gewalt aufmerksam und stellt die Frage, wer noch Opfer werden muss, bevor sich etwas verändert. Diese Bank ist Teil der Ausstellung Offener Prozess.
Jedes Jahr sind die Bänke Teil des Gedenkens an die Opfer des NSU in Zwickau. Die Stadt Zwickau hat eine Ausstellung beauftragt und 2024 in den Priesterhäusern gezeigt:
“Zwickau und der NSU. Auseinandersetzung mit rechtsextremen Taten”
Schon aus dem Kreis der Akteure heraus wird deutlich: es gibt verschiedene Angebote mit unterschiedlichen Zugangsweisen, um möglichst viele Bevölkerungsgruppen zu erreichen. Vom Vortrag, über eine künstlerische Auseinandersetzung bis zu einem Workshop oder einer Diskussionsrunde ist vieles denkbar. Öffentlich zugängliche Formate sind dabei bisher vor allem in der Innenstadt oder Innenstadtnähe realisiert worden.
Ideen und Vorschläge, um das Erinnern zu verstetigen und gemeinsame (Bildungs-)veranstaltungen in Zwickau — aber auch im Umland — zu realisieren können an Nathalie Senf gerichtet werden.



