Programm
Unsere Filmreihe widmet sich jüdischem und migrantischem Leben in (Ost)Deutschland – in Vergangenheit und Gegenwart. Ausgehend von Spiel- und Dokumentarfilmen eröffnet sie vielschichtige Perspektiven auf Identität, Zugehörigkeit und Erinnerung und richtet den Blick auf Lebensrealitäten, die den Alltag und die Gesellschaft prägen.
Im Mittelpunkt stehen persönliche Geschichten ebenso wie gesellschaftliche Erfahrungen. Die Filme erzählen von Herausforderungen und Selbstbehauptung, von Gemeinschaft und Vielfalt sowie von der Suche nach einem Platz in der Gesellschaft. Dabei werden historische Entwicklungen ebenso sichtbar wie aktuelle Stimmen und Perspektiven.
Die Filmreihe lädt dazu ein, vertraute Narrative zu hinterfragen, neue Blickwinkel kennenzulernen und miteinander ins Gespräch zu kommen.
Die Veranstaltung findet in deutscher Sprache statt.
Eintritt frei.

(D 2026, 35 min, Deutsch, R: Allegra Schneider, Anne Klopfer u.a.m.)
Film und Gespräch mit Renata Horváthová, Anne Klopfer und Kathrin Krahl
(RomaRespekt und Fachnetzwerk Antiziganismus/Antiromaismus Sachsen und Beteiligte am Film)
Drei Generationen einer Sinti-Familie sprechen über ihre Erfahrungen mit Rassismus und die Verfolgungsgeschichte ihrer Familie. Der Film erzählt vom verdrängten Mord an Roma* und Sinti* im Nationalsozialismus, von Ausgrenzung und Rassismus in der Nachkriegszeit und von seiner Kontinuität bis heute – und gleichzeitig von Widerstand, Mut und Zusammenhalt.
Die Sinti-Familie Blum lebte Anfang der 1930er Jahre am Laubegaster Ufer in Dresden, ihrem letzten selbstgewählten Wohnort, an dessen Stelle sich heute das Volkshaus Laubegast befindet. Dort beginnt die Geschichte ihrer Umsiedlung und Deportation; für einige Angehörige endet die Verfolgung in den Gaskammern von Auschwitz.
„Das Schlimmste für mich ist, dass diese Menschen keine Geschichte hinterlassen. Wir können nur über ihren Tod sprechen, wie ich das heute tue. Und das ist für mich ein großer Schmerz.“ (Ella Braun)
Am Volkshaus Laubegast in Dresden setzt der Film ein: bei der Verlegung von Stolpersteinen für die Familie. Ella Braun, geborene Blum, ist Zeitzeugin und Bürgerrechtlerin. Gemeinsam mit ihrer Familie und dem Zentralrat Deutscher Sinti und Roma kämpft sie seit den 1980er Jahren für Würde, Anerkennung und Respekt. »I am what I am« dokumentiert ihren Einsatz und ihre Kämpfe. Der Film begleitet auch ihre Tochter Vanessa, die mit ihr nach Dresden kam, um die Stolpersteine und diesen Ort zum ersten Mal zu sehen. In Mannheim, dem Wohnort der Familie beginnt Enkel Daniel über sich und seine Gegenwart als Sinto zu sprechen. Jede Generation ringt mit den Kämpfen ihrer Zeit – daraus entsteht das Portrait einer Familie.
»I am what I am« erzählt die Geschichte einer Sinti-Familie, ihres Lebens und ihrer Verfolgung in Dresden – und damit einen Teil der Dresdner Stadtgeschichte. Der Dokumentarfilm lädt ein zuzuhören und ins Gespräch zu kommen.
In Erinnerung an:
Alois Blum, Toni Blum, Willy Richter, Anna Blum, Hugo Blum, Therese Blum, Elisabeth Blum, Elli Blum, Ella Blum, Willy Blum, Dora Blum und Rudolf Blum
Wann
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Fr., 24. April
18:30 - 20:45 Uhr
Wo
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Offener Prozess - ein Dokumentationszentrum zum NSU-Komplex
Johannisplatz 8
09111 Chemnitz
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