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Netzwerktreffen 2026
von Dean Ruddock
Im Mai ist das Dokumentationszentrum ein Jahr alt geworden. Zu diesem Anlass luden wir die Angehörigen der Ermordeten und Überlebenden der Anschläge ein, um unsere Arbeit und unser Team näher kennenzulernen.
Schon in den Vorbereitungen für das Dokumentationszentrum gab es einen langen Partizipations-Prozess (damals geleitet von Arlo Jung), in dem Vertrauen aufgebaut und Ideen zur Gestaltung des Ortes in enger Zusammenarbeit mit Angehörigen und Betroffenen diskutiert wurden.
Die Forderungen, die sich in der Ausstellung, aber auch an der Außenfassade des Dokumentationszentrums finden, wurden zusammen mit dem Künstler Felix Forsbach erarbeitet, der das Gespräch hierzu vorbereitet hat. Eine Kernaufgabe von Offener Prozess ist die Sichtbarmachung dieser Forderungen der Angehörigen der Ermordeten sowie der Überlebenden des NSU.
Nun, ein Jahr nach der Eröffnung galt es einerseits auf das vergangene Jahr zurückzuschauen und Resümee zu ziehen, aber auch Vorschläge für das kommende Jahr zu sammeln und gemeinsam zu diskutieren.
In diesem Rahmen stellten sich die verschiedenen Teilbereiche unseres Hauses vor und berichteten aus dem ersten Jahr ihrer Arbeit: Der Bereich VerLernen erzählte davon, wie Workshops und Bildungsangebote von verschiedenen Zielgruppen angenommen wurden; der Bereich Sammeln & Teilen davon, wie der Aufbau des widerständigen Archivs vorankommt und von dem aktuellen Oral-History-Projekt zu den Baseballschlägerjahren; die Assembly von lokaler Vernetzung mit verschiedenen Gruppen von Menschen, die von rechter Gewalt und Rassismus betroffen sind.
Ganz praktisch wurde es dann bei einem gemeinsamen Critical Walk durch das ehemalige Fritz-Heckert-Gebiet. Hier gab es viele positive Reaktionen auf das Wandbild, mit dem der kritische Stadtrundgang endet. Gelobt wurde auch das Engagement der Anwohnenden, die nach einem Farbangriff schon selbst aktiv wurden und Graffiti von der Tafel zum Wandbild entfernten.
Lydia Lierke, verantwortliche Teamleitung für den Bereich Teilhabe und den Kontakt zu den Überlebenden und Angehörigen der Ermordeten, blickt auf das Treffen zurück:
„Ich bin sehr dankbar über den Besuch der Angehörigen und Betroffenen in Chemnitz, ohne ihre politischen Kämpfe und Forderungen würde es das Dokumentationszentrum nicht geben.“




